Aktuelles Thema

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde (Prediger 3,1)

Auf diesen Gemeindebrief trifft das doppelt zu. Wir gehen wieder auf eine Zeit zu, die für viele Menschen, besonders für die Kinder, die schönste im ganzen Jahr ist. Für andere ist es eine Zeit, vor der sie sich fürchten, weil ihnen ihre Einsamkeit dann doppelt bewusst wird; und für viele von uns ist es neben allem Schönen eine total stressige Zeit. Wir Ihr sicher schon gemerkt habt, rede ich von der Advents– und Weihnachtszeit. Das Ereignis, das wir im Dezember feiern, hat viel mit Zeit zu tun, nämlich mit einer ganz bestimmten Zeit: Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,…(Galater 4,4). Wir wissen: Darum geht es in all dem Trubel. Was in unserer Gesellschaft von etwa Ende September, wenn die ersten Weihnachts-Süßigkeiten in den Geschäften auftauchen, bis zum Nachmittag des 24. Dezember abgeht, hat mit diesem Ereignis nichts zu tun. Wie gehen wir damit um? Es gibt christliche Gemeinschaften, die das Weihnachtsfest nicht feiern. Für sie sind Heiligabend und Weihnachtstage keine Feiertage. Sie lehnen auch all die Symbole ab, die für uns zum Weihnachtsfest dazugehören: Christbaum und Engel, Kerzen und Geschenke. Ich liebe diese schönen Symbole. Wir alle haben ja eine Geschichte, und bestimmte Bräuche und Zeichen gehören in unserer Kultur zu bestimmten Festen dazu. Sie können helfen, den Sinn eines Festes zu veranschaulichen. Daher kommt ja ursprünglich auch der Brauch, sich zu Weihnachten zu beschenken. Weil Gott uns da das allergrößte Geschenk überhaupt gemacht hat, haben Menschen irgendwann damit begonnen, sich an diesem Tag auch kleine Geschenke zu machen. Jesus ist das Licht der Welt, daran erinnern mich in der dunklen Zeit des Jahres die Kerzen. Engel haben den Hirten die frohe Kunde von der Geburt des Retters gebracht, deshalb gehören Engel für mich zu diesem Fest. Ich mag Geschenke und mache noch lieber selber welche. Daran ist in meinen Augen nichts falsch. Aber ich will mich immer wieder besinnen, worum es bei diesem Fest, bei aller Beschaulichkeit und all den Geschenken geht: Gott sandte seinen Sohn. Lassen wir uns nicht dazu verführen, nach bestimmten Gefühlen in dieser Zeit zu suchen. Wir können nicht in unsere Kindheit zurück. Und wenn sich die Stimmung, an die wir uns aus unserer Kindheit erinnern, so gar nicht recht einstellen will, ist das völlig okay. Dass Jesus als Baby in Bethlehem geboren wurde, hatte ja auch nichts mit beschaulichen Gefühlen zu tun, ganz im Gegenteil. Wir dürfen fröhlich Weihnachten feiern, mit so viel oder wenig Geschenken, so viel oder wenig Deko, wie das jeder für angemessen hält. Freuen wir uns über diese Tage mit all dem Schönen, was sie mit sich bringen, und vergessen wir dabei nicht das Wichtigste: Christ, der Retter, ist da!                                                                                          So wünsche ich Euch allen eine wunderschöne Advents- und Weihnachtszeit, in der Gott uns neu großmachen kann, warum wir sie feiern.

Nun fehlt noch die Auflösung, warum es auf diese Ausgebe des Gemeindebriefes doppelt zutrifft, dass alles seine Zeit hat. Ihr haltet mit diesem Brief den vorläufig letzten in dieser Form in der Hand. Ab Februar wird es ein neues, einfacheres Format geben. Noch steht nicht fest, wie dieses aussehen wird, lasst Euch überraschen. Aber auf jeden Fall werdet Ihr weiter informiert und auf der Homepage könnt Ihr unverändert Termine und alles sonst Wichtige finde                                                                                  Eure Sylvia Riedl

 

 


 

Unsere 10 Grundwerte

Wie die Uelzener FeG bei der Gründung 2004 gestartet ist:

  1. Wir sind überzeugt, dass vollmächtige Lehre Veränderung im Leben eines Menschen und in der Gemeinde bewirkt. (2. Tim. 3,16-17; Jak. 1,23-25)
  2. Wir sind überzeugt, dass verlorene Menschen Gott wichtig sind und daher der Gemeinde wichtig sein sollten. (Lk. 5,30-32; Lk.. 15; Mt. 18,14)
  3. Wir sind überzeugt, dass die Gemeinde kulturell relevant sein sollte, ohne ihre Identität und Lehre zu verleugnen. (1. Kor. 9,19-23)
  4. Wir sind überzeugt, dass Christus-Nachfolger authentisch leben und stetes geistliches Wachstum anstreben sollten. (Eph. 4,25-26.32; Hebr. 12,1;  Phil. 1,6)
  5. Wir sind überzeugt, dass die Gemeinde eine Gemeinschaft von Dienern ist, die ihre geistlichen Gaben vereint zum Dienst an der Welt einsetzt. (1. Kor. 12+14; Röm. 12; Eph. 4; Ps. 133,1)
  6. Wir sind überzeugt, dass liebevolle Beziehungen jeden Aspekt des Gemeindelebens prägen sollen. (1. Kor. 13; Joh. 13,34-35)
  7. Wir sind überzeugt, dass die Veränderung des Lebens durch den Glauben sich am besten in Kleingruppen vollzieht. (Apg. 2,44-47)
  8. Wir sind überzeugt, dass exzellente Qualität Gott ehrt und Menschen inspiriert. (Kol. 3,17; Mal. 1,6-14)
  9. Wir sind überzeugt, dass die Gemeinde von denen geleitet werden soll, die die geistliche Gabe der Leitung haben. (Neh. 1; Röm. 12,8; Apg. 6,2-5)
  10. Wir sind überzeugt, dass volle Hingabe an Christus und seine Sache normal für jeden Christen ist. (1. Kön. 11,4; Phil. 2,1-11; 2. Kor. 8,5)

 

————————————————————————————————————————Amy Carmichael nennt man auch „Mutter der indischen Waisenkinder“. Sie hat viel erreicht, obwohl ihr Weg äußerst hindernisreich war. Der augenzwinkernde Tipp „Aufstehen – Krone richten – weitergehen!“ trifft voll auf sie zu.

Amy Carmichael kam 1867 in einer wohlhabenden Familie Nordirlands auf die Welt. Ihr Vater war Unternehmer. In ihrer Familie spielte der Glaube an Jesus eine zentrale Rolle.

Schon früh hörte Amy, dass Gott Gebete erhört und immer Antwort gibt. Als Dreijährige bat sie Gott einmal inständig um blaue Augen, wie ihre Mutter sie hatte. Aber dieser Gebetstest verlief enttäuschend und sie behielt ihre braunen. Als ihr Vater starb, war sie 18. Eine Katastrophe. Die Familie musste das Unternehmen verkaufen und nach Belfast umsiedeln. Aber dort entflammte Amys Glaube erst recht durch den Kontakt zu anderen Christen. Amy sah den Missionsauftrag Jesu als ihren persönlichen Marschbefehl an.

Mit 24 reiste sie zum ersten Mal aus, nach Japan. Aber Sprache und Klima machten ihr so zu schaffen, dass sie abbrechen musste. Trotz dieses unverständlichen Rückschlags orientierte sie sich neu und betrat vierJahre später indischen Boden. Sie bekam schnell zu spüren, dass sie als typische weiße Missionarin keinen Fuß auf den Boden bekam. Sie versuchte, die indische Kultur anzunehmen, färbte sich sogar die Haut mit Kaffee. (Übrigens, wenn sie blaue Augen gehabt hätte, wäre es ihr nie gelungen, den Indern eine Inderin zu werden.) Nachträglich dankte sie Gott für sein Nein und schrieb das nebenstehende Gedicht.)

Nach und nach lernte Amy auch die dunklen Seiten der indischen Gesellschaft kennen: Armut, Kastenwesen, Kinderprostitution. Sie begann besonders Mädchen bei sich aufzunehmen. 12 Jahre später lebten 130 davon unter ihrer Obhut. Wieder 10 Jahre später gab es schon 30 Kinderhäuser im südindischen Dohnavur. Und eine Schwesternschaft, die dafür sorgte, dass die Kinder ein sicheres Zuhause und eine Ausbildung bekamen.

1931 hatte Amy einen Unfall, der sie die letzten 20 Jahre ihres Lebens ans Haus fesselte. Aber nun schrieb sie unzählige Briefe und 35 Bücher, die bald weltweit gelesen wurden. Als sie 1951 starb, betreute die Dohnavur-Gemeinschaft verwahrloste Kinder auch schon in England, Irland, Kanada, Australien und Neuseeland.

Aufstehen – Krone richten – weitergehen! Selbst wenn Gott mal Nein sagt.                                                                  Euer Markus Schmidt

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WAS WIRD AN PFINGSTEN GEFEIERT?

Pfingsten ist keine christliche Erfindung. Viel länger schon feiern die Juden um diese Zeit ein Fest, das nennt sich „Schawuot“, auf Deutsch einfach: „Wochen“. Schawuot findet sieben Wochen nach Passah statt. Ursprünglich war das ein Erntefest, an dem man die Weizenernte feierte. Später entwickelte es sich zum Fest des Gesetzes mit historischen Erinnerungen. Heute feiert man den Moment, als Israel am Berg Sinai die Torah empfing und das jüdische Volk Gott seine Treue versprach. Das Fest betont die wichtige Rolle, die das Moralgesetz im Leben von Nationen und von Einzelnen spielen muss. Aber bis zu unserem Pfingsten, 50 Tage nach der Auferstehung Jesu, 10 Tage nach seiner Himmelfahrt, war das Gesetz mit Tinte auf Rollen geschrieben, noch nicht durch den Geist in die Herzen. Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Pfingsten sind jeweils einmalig. Jesus wurde geboren, als die Zeit erfüllt war, starb ein für alle Mal am Kreuz und  wurde auferweckt. Damit war alles erfüllt, was mit ihm auf Erden geschehen sollte. Darum sagte er: „Ich werde jetzt gehen. Aber ich lasse euch nicht allein. Ich sende euch den Tröster.“ Und dazu wurde es ein für alle Mal Pfingsten. Es ist die Erfüllung von Joel 3, worauf Petrus in seiner Predigt Bezug nimmt: „Gott spricht: Ich will meinen Geist ausgießen auf alles Fleisch.“ Mehr als alles geht nicht. Wenn irgendwo in der Welt seit Pfingsten Erweckungen geschehen, dann sind das nicht neue Ausgießungen des Heiligen Geistes, sondern Zeichen seiner ungehinderten Wirksamkeit. Was ist die Voraussetzung dazu? Dieselbe wie damals, nämlich dass Menschen erschüttert auf die Predigt des Evangeliums reagieren. So steht es in Apg. 2,37: „Als sie das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie fragten: Was sollen wir tun?“ Und nun wird es praktisch, Petrus sagt: „Ändert euren Sinn, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.“ Auf diese Weise bekehrten sich an diesem Tag 3.000 Menschen. Was war das für eine Sache, eine 3.000-fache spontane Taufe! Das muss gewaltiges Aufsehen gemacht haben. Wir planen eine Taufe immer lang im Voraus, ohne zu wissen, ob dann jemand kommt. Vielleicht ist ja durch das Angebot auf  Seite 3 jemand angesprochen!    Euer Günther Riedl

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Sei mutig!

 „Was kann ich denn schon tun?“ – Immer wieder beschleicht mich diese Frage, wenn ich die erschreckenden Bilder von Aleppo sehe. Weinende Mütter mit ihren toten Kindern auf den Armen. Oder die vollen Flüchtlingsschiffe. „Was kann ich denn schon tun?“

Nicht nur die offenkundigen Katastrophen wollen mich lähmen. Auch andere Nöte nehmen mich gefangen – die Not meines Nachbarn oder manches in der eigenen Familie.  „Was kann ich denn schon tun?“

Einige drängt es auf die Straßen, um ihrer ohnmächtigen Wut Luft zu machen. Manche haben mehr Wut als Mut in sich. Aber auch die Stillen im Lande kennen diese Frage: „Was kann ich denn schon tun?“ „Sei stark und mutig! Erschrick nicht und fürchte dich nicht! Denn mit dir ist der Herr, dein Gott, wo immer du gehst.“ (Josua 1,9)                                                                                    

Dieses Wort Gottes empfing Josua, als ihm alles doch sehr aussichtslos schien. Immer wieder sprach der lebendige Gott, dem alle Autorität im Himmel und auf Erden gegeben ist, dieses persönliche Wort in sein Leben. Um wie viel mehr darf  ich als jemand, dem der auferstandene Christus begegnet ist,  Mut fassen.

Sicher, ich bin kein Josua; aber der auferstandene Herr, den wir an Ostern feiern, ist auch mein Herr! Und  – Gott hat auch mir etwas anvertraut: mein Leben, Menschen, mit denen ich unterwegs bin. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch einen Verantwortungs- und damit auch einen Berufungsbereich hat, einen Bereich, wo wir in Christus mutig sein dürfen, weil Gott mit uns ist. Da sind wir nicht zögerlich, sondern wir baden unsere ängstliche Seele in den verheißungsvollen Zusagen Gottes. Der Heilige Geist beflügelt uns, Neues zu wagen. Das ist unsere Zeit, das ist unser Ort! Das finde ich mutig! Ein Mut, der nur von Gott kommen kann.

In diesen Tagen liegt wieder ein Alpha-Kurs hinter uns. Erstaunlich, was passiert, wenn Menschen für andere beten, statt zu sagen: „Was kann ich schon tun?“

Wir gehen auf Ostern zu, wollen Jesus anbeten, nicht sagen: „Was kann ich schon tun?“ Wir brauchen in diesen Tagen Mut, um weiterhin  vielen suchenden Menschen die gute Nachricht weiterzusagen. Fragst du wirklich, was du schon tun kannst? – Unsere Fragen klingen anders besser: „Herr, was kannst du denn durch mich, durch uns tun? Was willst du durch mich, durch uns tun? Und Herr, könnte es dieses Jahr auch etwas mehr sein als letztes?“ – So gehen wir mutig in diese Osterzeit. Und immer wieder ruft uns der erhöhte Herr Jesus Christus zu: „Seid mutig!“

Euer Markus Schmidt

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Gemeinde nach Gottes Willen

Da wir ja in einem ziemlichen Umbruch stehen, was unsere Gemeinde angeht, beschäftigt mich diese Thematik sehr. Hier einige meiner Gedanken dazu, die das Thema natürlich nur anreißen können:            Die Gemeinde im Alten Testament war die Versammlung des von Gott erwählten Volkes (5.Mose 7,6-8). Sie sollten ein Volk sein, das sich von den anderen unterscheidet, abgesondert ist und nach Gottes Maßstäben lebt.

Im Neuen Testament wird meist das Wort “ekklesia“ verwendet, das  heißt: „jemanden aus anderen erwählt, herausgerufen haben“. Gott möchte jeden Menschen in die ewige Gemeinschaft mit sich selbst rufen. Aus denen, die sich haben herausrufen lassen, besteht die Gemeinde. Wir sind als Christen hineingestellt in diese Gemeinschaft der Herausgerufenen. Was zeichnet nun diese Gemeinschaft aus? Sie wird der Leib Christi genannt und spiegelt das Wesen Gottes wider. Sie ist das sichtbare Zeugnis der zur Liebe befreienden Gnade Gottes, welche alle Menschen, die sich ihm anvertraut haben, verbindet.

Das Gebet Jesu (Johannes 17,20-23) zeigt, wie sehr ihm die Einheit  seiner Nachfolger, die Einheit innerhalb seines Leibes am Herzen liegt. Durch die Einheit und die Liebe untereinander war die neutestamentliche Gemeinde ein sichtbares Zeugnis der Liebe Gottes für die Welt. Jedes einzelne Glied des Leibes Jesu hat die Verantwortung, zur Ehre Gottes zu leben. Das geschieht zuallererst durch die praktizierte brüderliche Liebe, die alltägliche gegenseitige Hilfe und Hingabe füreinander, die Gemeinschaft und die daraus entstehende tiefe Verbundenheit. Da wir zwar alle Glieder an diesem Leib, aber doch  sehr unterschiedlich geprägt sind, kann diese Einheit nur durch Gottes Geist geschenkt werden. Unsere Verantwortung ist es, immer wieder um diese Einheit zu ringen, denn nur, wenn wir diese leben, können wir ein Zeugnis für die Welt sein. Ohne Liebe untereinander ist es nicht möglich, wirklich eins zu sein. Johannes ermahnt uns: „Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4,7-8). Wenn wir in Einheit und Liebe untereinander leben, wird das in unserer immer liebloser werdenden Welt ein glaubhaftes Zeugnis dafür sein, dass das Reich Gottes Realität ist.

Ich wünsche mir, dass wir das noch weitgehend vor uns liegende Jahr nutzen, uns darüber Gedanken zu machen, auszutauschen und Wege zu finden, wie wir diese Einheit und Liebe glaubwürdig leben können.

Eure Sylvia Riedl

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